Rund 60 % seines Stroms erzeugt Dänemark aus Windenergie. Zusammen mit Solarenergie (rund 14 Prozent) und Biomasse werden damit insgesamt über 92 Prozent klimafreundlicher Strom erzeugt.

Der Schwerpunkt liegt dabei klar auf der Windkraft – onshore wie offshore. Dabei wird der Windstrom nicht nur erzeugt, sondern von Beginn an gemeinsam mit den Abnehmern gedacht. Denn in Dänemark mangelt es aus geografischen Gründen an klassischen Stromspeichern wie Pumpspeicherkraftwerken.

Dieses Defizit wird jedoch nicht durch das Abregeln von Windkraftanlagen ausgeglichen, sondern zum einen durch leistungsfähige Stromleitungen zu den Nachbarländern und zum anderen durch flexible Stromverbraucher.

Überschussstrom sinnvoll nutzen statt Windkraft abregeln

Mit inzwischen über 500.000 Elektroautos (Stand 2025) und einer rasant wachsenden Ladeinfrastruktur entsteht ein großer dezentraler Flexibilitätspuffer. Jedes Elektroauto, das in einer windreichen Stunde lädt, nutzt überschüssigen Windstrom und entlastet so das Stromnetz.

Darüber hinaus exportiert Dänemark über leistungsstarke Interkonnektoren überschüssigen Strom in die Nachbarländer, anstatt Windkraftanlagen abzuregeln. In windarmen Stunden wird Strom wieder importiert. Die grenzüberschreitenden Stromleitungen wirken damit wie ein Speicher – ganz ohne zusätzliche Speicherkapazitäten.

Dänemark zeigt, wie die Energiewende funktionieren kann

Das Beispiel Dänemark zeigt: Ein Stromsystem kann auch mit zeitweise mehr als 100 Prozent Windstrom stabil funktionieren – vorausgesetzt, der erzeugte Strom kann über verschiedene Abnahmewege sinnvoll genutzt werden.

Nutzen statt abregeln – das ist eine zukunftsorientierte Haltung und ein wichtiger Baustein für eine erfolgreiche Energiewende.

Mehr Infos dazu:
https://ladefreunde.de/blog/110-daenemark-wind-speicher-ev-netz/